Was von zwei Tagen beim Seminar „Die Kunst, dein Ding zu machen“ mit 4000 weiteren Besuchern im Potsdamer Filmpark Babelsberg übrigblieb … Außer Oberschenkelmuskelkater aufgrund ausgiebiger Squats zu den Klängen von „Bring Sally Up, Bring Sally Down“.

Selbstvertrauen entwickeln: Besiege deine Ängste

Zugegebenermaßen fand ich den Beginn des Seminars etwas zäh. Die anfangs von Christian Bischoff vorgetragenen Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung lullten mich in eine Kenn-ich-doch-alles-schon-Haltung. Ich hatte Mühe, mich auf die Feinheiten „zwischen den Zeilen“ zu konzentrieren, bei denen ich noch etwas Neues dazulernen konnte. Doch spätestens ab unserem ‚Gerangel mit der Angst‘ war ich hellwach. Wir durften uns eine Partnerin suchen, sie als lebende Metapher für unsere Angst deklarieren, ihr tief in die Augen blicken und – rangeln! Also, so richtig miteinander ringen. Das hab ich wohl zuletzt mit meinem Schwesterherz im Alter von 12 Jahren gemacht. Herrlich! Schon damals musste ich mich kaputtlachen, wenn meine kleinere Schwester wie ein Stier auf mich losging. (Huhu Schwesterchen! Umarmung!) Auch im Seminar mussten wir immer wieder lachen, waren aber gleichzeitig ernst bei der Sache und versuchten, „unsere Angst“ zu besiegen.

Nachhaltig Lernen

Was ich an dieser Art von Seminaren mag: Die intensive Atmosphäre, welche dort entsteht. Durch die konzentrierte Energie hunderter Menschen im Raum, emotionale Momente am laufenden Band und die angeleitete Interaktivität mit dem Speaker und den anderen Teilnehmern. Da heißt es: Input über alle Sinne! Es gab zum Beispiel High Fives, Umarmungen, im Chor gesprochene Mantras, tanzen zum Techno Sound, die besagten musikuntermalten Kniebeugen, eine Liegestützen-Challenge, gegenseitige Massagen, wunderbare angeleitete Meditationen mit musikalischer Raumklanguntermalung und immer wieder Partnerübungen mit dem Sitznachbarn.

Ja, dafür muss man seine Komfortzone verlassen. Und: lohnt sich, Leute.

Alles Faktoren für ein Lernerlebnis, das Podcasts oder Bücher so nicht leisten können. Außerdem wurde neben der permanenten Wiederholung von Grundlagen während des Seminars das „episodische Gedächtnis“ aktiviert, wie Christian Bischoff es nannte – das heißt, er flocht eine ganze Menge großartiger Storys und einzigartiger Erlebnisse ein, um das Gelernte langfristig bei uns zu verankern.

Nachhaltig Ergebnisse beeinflussen

Interessant fand ich, wie unterschiedlich die Teilnehmer*innen Christian Bischoffs Erläuterungen aufnahmen. Je nach Erfahrungshorizont und Fokus variiert die Interpretation des Gesagten. Es gibt halt nicht die eine Wahrheit – jede*r hat einen persönlichen Blickwinkel.
So wurde etwa ein auf dem Seminar sehr präsentes Schema unterschiedlich interpretiert. Ich meine das Schema, wie wir Ergebnisse erzielen:

Unsere Gedanken bestimmen unsere Gefühle. Unsere Gefühle bestimmen unser Handeln. Unser Handeln bestimmt unsere Ergebnisse. Und alle Ergebnisse zusammengenommen bestimmen unseren Lebenslauf.

Als ich in der Pause meine Laugenbretzel mümmelte, sprach mich ein junger Mann an. Er begann, von dem Schema zu sprechen und was er daraus mitgenommen hätte. Die ersten beiden Faktoren (Gedanken und Gefühle) ignorierend, fokussierte er sich voll auf das Handeln. Er fand, da müsse man ansetzen, wenn man was verändern wolle. Weil letztlich nur die konkrete Umsetzung der Gedanken und Ideen zu Erfolgen führe. Vollkommen korrekt! Das mag auch kurzfristig immer wieder so funktionieren. Nur kann man, meiner Meinung nach, nachhaltigere Ergebnisse erzielen, indem man bei den Gedanken ansetzt. Also der Wurzel der Gefühle, des Handelns und der (guten oder schlechten) Erfolge.

Es hilft also, an deinen Gedanken, deiner Einstellung zu schrauben – der Basis von allem. Einige andere Besucher hielten die Gefühle für besonders hinderlich beim Erreichen guter Ergebnisse. Auch das ist nach dem Schema korrekt. Aber die Gefühle entstehen, nach dem wissenschaftlichen Stand der Dinge, auch erst als Folge bestimmter Gedanken.

Fazit: Wir erzielen immer irgendwelche Ergebnisse, auch wenn wir unbewusst handeln, also unsere Gedanken nicht lenken. Doch unser größtes Potenzial entfalten wir, wenn wir uns auf unsere Gedanken fokussieren und uns Ziele setzen. Wir können Erfolge gezielt erreichen. Wir können lernen, unsere Gefühle und dadurch unser Handeln zu beeinflussen. Dazu hilfreich, Christian Bischoff zufolge: Eigenverantwortung übernehmen, den Sinn in unserem Leben erkennen, sich Ziele setzen, ein diszipliniertes Verhalten an den Tag legen, Prioritäten festlegen, Ausdauer aufbauen und Neugier entwickeln. Eigenverantwortung zu übernehmen ist wohl zunächst der wichtigste Schritt, besonders auch als Basis für den Weg in die Selbstständigkeit. Über meine Meinung dazu schrieb ich schon in meinem ersten Blogartikel mehr (Link klicken).

Nachhaltige Kommunikation und nachhaltiger Umgang

Sprung – zum Umgang mit Menschen. Behandle andere nicht, wie du selbst behandelt werden möchtest. Auch wenn die gegenteilige Meinung noch im Gedächtnis der Gesellschaft verwurzelt ist. Denn laut Christian Bischoff stehen dann nur 60 bis 70 Prozent der Menschen hinter dir. Alle anderen ticken anders, haben einen anderen Geschmack, ein anderes Weltbild und andere Erfahrungen als du, möchten also auch anders behandelt werden als du selbst.

Victory Pose bei Christian Bischoff Veranstaltung in Potsdam

Ich zelebriere mit den Travellern Timo Möbes vom Hinreisend-Blog und Marvin Karol die Kunst unser Ding zu machen

 

Zusätzlich sind vier Regeln als Grundlage für deinen Umgang mit Menschen hilfreich.

1  „Warum sprichst du nicht Anerkennung als Muttersprache, wenn du erfolgreich sein willst?“, so Christian. Kritik an Mitmenschen und Mitarbeiter*innen sei kontraproduktiv. Um positive Resultate zu erzielen sei es angebrachter, die Stärken eines Menschen zu unterstreichen und ihn für das zu loben, was er gut gemacht habe. Anstatt seine Schwächen zu untermauern. Wenn ich andere permanent kritisiere, dann ist das auch Ausdruck meiner fehlenden Anerkennung mir selbst gegenüber. Ich tendiere womöglich dazu, mich im inneren Dialog ständig selbst kleinzumachen. Christian meint daher: „Mach andere groß, um selbst groß zu werden.“

2  Der zweite wichtige Grundpfeiler im Umgang mit Mitmenschen: Verständnis. „Jeder Mensch braucht jemanden, der ihn versteht.“ Hmmm. Einfach mal drüber nachdenken. Dem Gegenüber mal ordentlich zuhören, um es so gut wie möglich zu verstehen? Ohne sich mit dem eigenen Ego einzumischen und dem Dialogpartner sein eigenes Verständnis aufzustempeln?

3  Sei ein Vorbild. „Finde eine Sache im Leben, in der du ein Vorbild für andere bist.“

4  Verantwortung übertragen, andere fördern und ihnen Vertrauen schenken. Das sei oft eine größere Motivation als Geld.

5  Liebe im Umgang mit Mitmenschen walten lassen! Und es gelte dabei, die Liebe vom Verhalten zu trennen – jeder Mensch sei wertvoll, einfach weil er „Leben ist“. Er ist wertvoll, egal, was er tut. Das verstehe ich so: Es ist einerseits empfehlenswert, den Mitmenschen allein aufgrund seines Selbstseins zu akzeptieren, ohne sein Verhalten zu verurteilen. Und andererseits hilft es, nicht persönlich zu nehmen, wenn das Gegenüber mal etwas vermeintlich Kritisches sagt oder sich mit seinem Verhalten von mir abgrenzt. Es sei wichtig, meint Christian, Selbstliebe aufzubauen. Denn nur so machten wir uns emotional von der Reaktion des anderen unabhängig. Von Kritik, aber auch von Lob.

Ziele setzen und den Yin-Faktor nicht vergessen

Dann sprach Christian Bischoff in Bezug auf Zielsetzungen noch ein Thema an, das mich im Moment besonders beschäftigt. Ich nenne es mal „Dem Ziel entgegen hustlen“ versus „Die Schönheit des Weges genießen“. Yang und Yin. Ein eher männliches Verhalten wäre es, vor allem im Business, unaufhaltbar seinen Zielen entgegenzustreben. Und zwar, ohne links und rechts vom Wegesrand zu gucken. Ohne mal innezuhalten, um die schönen Dinge des Lebens bewusst zu erleben. Die Gefahr sieht Christian darin, nach dem Erreichen des Ziels und einem kurzfristigen Glücksgefühl, in ein schwarzes Loch zu stürzen. Das weibliche Verhalten wäre: beim Verfolgen des Ziels durch den Einsatz von Herz und Gefühl das Leben zu erfahren, statt es zu kontrollieren. Seinem Herzen zu folgen, nicht dem Verstand.

Ich selbst stecke zurzeit mitten in einer Challenge und hab mich committed, in drei Monaten meine Community für nachhaltige Projekte aufzuziehen. Da ist jeder Tag akribisch geplant, um das Ziel rechtzeitig zu erlangen. Im Prinzip ist das schon ein ganz schönes Gehustle. Was gut tut, weil es Spaß macht und Energie freisetzt, ins Tun zu kommen und ein Momentum aufzubauen. Doch wenn ich zwischendurch keine Zeit zum Reflektieren und Stehenbleiben einflechten würde – kleine Inseln, mit großer Wirkung … Es wäre so, wie Christian Bischoff sagt. Kontrolle und Kampf, anstatt Erfahrung und Genuss. Zielstrebigkeit ohne Liebe hieße: sich der Welt entfremden. 

Der Sinn des Lebens als nachhaltige Motivation

Ich folge also meinem Herzen. Es ist mir übrigens möglich, jeden Tag wieder fokussiert an meinen Zielen zu arbeiten, weil ich meinen Lebenssinn gefunden habe. Christian: „Wenn dein Warum stark ist, findest du immer dein Wie.“ Und der Sinn des Lebens muss nicht endgültig sein. Es reicht, wenn er für den Moment passt.

Nach Christian Bischoff kannst du dich auf der Suche nach dem Sinn an vier Punkten orientieren. Finde deinen Sinn …

… in der Hingabe zu einer Sache
… in der Liebe zu einem oder mehreren Menschen
… indem du nach einem Vorbild lebst
… indem du einen Schicksalsschlag annimmst (auch wenn das keinem gewünscht sei)

Im Seminar durften wir unseren Sinn durch das Ergänzen folgender Satzanfänge manifestieren:

1. Ich bin …
2. der/ die täglich … genießt.
3. Und Folgendes tut …

Mein fertiger Satz: Ich bin ein Connection-Coach, der täglich Natur und das eigene Bewusst-Sein genießt, und andere dabei unterstützt, nachhaltige Communitys aufzubauen.

Nachhaltigkeit durch diszipliniertes Verhalten

Disziplin bedeutet nicht: Ackern bis zum Umfallen. Erfolgreicher wirst du mit dem Gesetz der Minimalkonstanz. Mach konsequent täglich kleine Schritte, um deine Ziele langfristig zu erreichen. Christian Bischoffs Lieblingstipp, um finanzielle Freiheit zu erreichen: Spare konsistent alle 5-Euro Scheine in deinem Portemonnaie und gib sie nie wieder aus. Die Formel zur Minimalkonstanz: 1, 2, 3 … GO! Ein Schritt nach dem anderen und langfristig ein Momentum aufbauen.

Bring Sally up, bring Sally down, Bring Sally up, bring Sally down, Bring Sally up, bring Sally down … GO! Meine neue Routine ab JETZT: morgendliche Squats.

Let’s Play: Kannst du den Sinn deines Lebens in einem Satz zusammenfassen? Ergänze die Lücken im vorletzten Absatz für dich. Und poste deinen Lebenssinn gern in die Kommentare!